Körperliches Tragen und Heben

Heben und Tragen – eigentlich das Normalste der Welt. Nahezu ständig tragen wir etwas; von der Kleidung angefangen über Dinge des Alltags bis hin zu Waren und Lasten im Berufsalltag.

Auffällig bei diesen Gedanken zum Tragen und Heben ist die Tatsache, dass es sich um einen Dauerzustand handelt. Und genau hier liegt die Ursache für die Volkskrankheit Nummer 1: Rückenbeschwerden!

Die Wirbelsäule ist eigentlich ein sehr stabiles Wunderwerk der Evolution. Auch starke Beanspruchung kann sie vertragen – wenn es nicht dauernd ist. Bei permanenter Belastung leidet jedoch auch das beste Knochengerüst. Die Folgen sind offen gesagt verheerend.

Zum Beispiel ist ein Mitarbeiter nach einem Bandscheibenvorfall nie mehr körperlich so belastbar, wie vor der Verletzung. Eine schlimme Situation für Arbeitgeber und für den Betroffenen selbst. Der Geschädigte arbeitet fortan eher passiv und fürchtet sich bereits in alltäglichen Situationen vor einem erneuten Bandscheibenvorfall. Die Schmerzen vom ersten Vorfall bleiben ihm stets in Erinnerung. Der Arbeitgeber hingegen kann den Mitarbeiter unter Umständen gar nicht mehr für die vorgesehene Beschäftigung einplanen! Es gibt also nur Verlierer! Und dies ist verbunden mit erheblichem finanziellen Verlust für beide Seiten!

Die Grafik rechts erläutert einmal anschaulich, welche maximalen Lasten auf die Wirbelsäule wirken dürfen.

Auffällig ist, dass die zulässige Last mit zunehmendem Abstand vom Körper abnimmt. Ursächlich hierfür ist ein maximales Drehmoment, welches auf die Wirbelsäule wirken darf. Gemäß der Formel
„Moment = Kraft x Hebelarm“ muss also mit zunehmender Kraft (also Last) der Hebelarm (= Abstand vom Körper) für das Heben und Tragen abnehmen, damit das zulässige, auf die Wirbelsäule wirkende Moment nicht überschritten wird.

Was sagt der Gesetzgeber zum Thema Heben und Tragen?

Um Rückenschäden präventiv zu vermeiden verpflichtet der Gesetzgeber die Arbeitgeber ergänzend zum Arbeitsschutzgesetz durch die „Lastenhandhabungsverordnung“ zum Schutz der Gesundheit, insbesondere des Schutzes der Lendenwirbelsäule, infolge manueller Handhabung von Lasten.

Explizit heißt es in der Verordnung:

§ 2 Maßnahmen
(1) Der Arbeitgeber hat unter Zugrundelegung des Anhangs geeignete organisatorische Maßnahmen zu treffen oder geeignete Arbeitsmittel, insbesondere mechanische Ausrüstungen, einzusetzen, um manuelle Handhabungen von Lasten, die für die Beschäftigten eine Gefährdung für Sicherheit und Gesundheit, insbesondere der Lendenwirbelsäule mit sich bringen, zu vermeiden.
[Quelle: LasthandhabV vom 04.12.1996 Stand: Zuletzt geändert durch Art. 436 V v. 31.10.2006 I 2407]

Oftmals lassen sich manuelle Hebevorgänge jedoch nicht vermeiden. Und genau hier ist der Arbeitgeber verpflichtet, seinen Mitarbeitern geeignete technische Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Das spart Kosten, Ärger sowie Schmerzen und erhöht die Effizienz ihres Handelns – rechnen Sie doch mal mit uns!